Bild: der Leichnam des hl. Pater Pio, eines italienischen Kapuzinerpaters, der als Beichtvater berühmt war und hunderttausenden Christen in der Beichte die Liebe des barmherzigen Vaters schenken durfte. 

 

Die Beichte (Bußsakrament) ist das Sakrament der Sündenvergebung. Durch die Taufe wird ein Mensch Christ und durch dieses große Geschenk auch frei von aller ererbten und persönlichen Schuld. 

Der Mensch ist nicht perfekt, - als Folge der Erbsünde, die wir auch als Getaufte spüren - er kann Schuld auf sich laden, er kennt Versagen und Nicht-Erfüllen eines Anspruches. Kommt dieser Anspruch von Gott her und bleibt der Mensch hinter diesem zurück, sprechen wir von "Sünde". 

Ein alter Grundsatz der Theologie lautet: "Gott verlangt von niemandem etwas, was er nicht erfüllen kann." So sind z. B. die 10 Gebote Grundsätze des menschlichen Zusammenlebens, aber auch des Lebens des Menschen mit Gott, die prinzipiell allen zu erfüllen möglich sind (Ausnahmen wie psychische oder physische Einschränkungen hier jetzt nicht berücksichtigt). Gott vergibt dem Menschen alle Sünden, wenn er sie bereut. Die Reue ist eine wichtige Voraussetzung, um das Bußsakrament empfangen zu können! Gott vermag es, Folgen der Sünde zu heilen und zu vergeben (das nennen wir Ablass/Nachlass zeitlicher Sündenstrafen). Gott heilt die Wunden in der Seele, die von der Sünde verursacht wurden. Alle diese drei Aspekte (Vergebung, Heilung, Heiligung) kommen im Bußsakrament, der Beichte zusammen. Sünde ist nichts privates, wenn es auch verborgene und geheime Sünden gibt. Privat meint hier, die Dimensionen der Sünde. Die Kirche sieht sich als Leib Christi. Paulus sagt, wenn ein Glied leidet, leiden alle anderen Glieder mit! Wenn ein Glied geehrt wird, werden alle anderen Glieder mitgeehrt. 

Das ist der Grund, warum seit den ersten Christen die Beichte (sie durchlief verschiedene Entwicklungsstadien), eine wichtige Rolle spielt. Der Auferstandene sprach zu seinen Jüngern: "Empfangt den Heiligen Geist, wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben. Wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert." 

Diesen Auftrag verwaltet die Kirche durch die Bischöfe und Priester durch alle Jahrhunderte. Die vertrauliche und geheime Beichte beim Beichtvater schenkt die Versöhnung mit Gott - aber auch mit der Kirche. Und auch oft, so ist die Erfahrung, die Versöhnung mit dem eigenen Leben, der eigenen Geschichte, dem eigenen Scheitern. 

Die Beichte ist ein wunderbares Sakrament, dass Heil und Heilung gewährt und zu einem echten, vertieften geistlichen Leben dazugehört. 

Wir brauchen mindestens einmal im Jahr (wenn möglich zur österlichen Zeit) die Beichte. Ebenso brauchen wir die heilige Kommunion, das zeigt, wie sehr diese beiden Sakramente aufeinander verwiesen sind. 

 

Sünde und Schuld wiegen unterschiedlich schwer. Es ist nicht unbedeutend, Schuld zu relativieren. Das ist auch eine psychologische Wahrheit. Aufarbeitung von Schuld, die Sehnsucht nach Vergebung sind wesentlich für ein gelingendes Leben - um wieviel mehr muss dies erst für das religiöse Leben gelten? Die Beichte hilft dabei, dies nicht nur zu erkennen, sondern immer wieder neu im Leben umzusetzen. 

 

Für ein geregeltes geistliches Leben wird empfohlen, auch regelmäßig zu beichten. Wer öfters kommuniziert, braucht auch einen öfteren Empfang des Bußsakramentes. Die Beichte bereitet die Seele des Menschen vor mit der Begegnung mit Christus in der Eucharistie. Wir werden zur Wohnung des lebendigen Gottes, unser Herz, unsere Seele, unser Leib, alles soll ein Tempfel Gottes sein. Ein wichtiges und unerlässliches Werkzeug dafür ist die heilige Beichte.  


Download
Gewissenserforschung für Erwachsene.pdf
Adobe Acrobat Dokument 220.3 KB
Download
Gewissensspiegel - nach den 10 Geboten.p
Adobe Acrobat Dokument 87.4 KB
Download
Gewissenstraining für Erstkommunionkinde
Adobe Acrobat Dokument 457.3 KB