Wettersegen 

 

Der sog. "Wettersegen" gehört zum Brauchtum und zu den "Sakramentalien" der Kirche und der Volksfrömmigkeit. Ein wichtiger Brauch! 

Er wird vom 25. April (Fest des hl. Markus) bis zum 14. September (Fest Kreuzerhöhung) gespendet, meist im Anschluss an die Eucharistiefeier; er wird mit der "Kreuzpartikel" erteilt. (Bild rechts: Kreuzpartikel der Pfarrei Gungolding) 

 

Der Wettersegen ist kein "archaisches Brauchtum" oder ein irriger "Zauberglaube". Dieser Segen ist vielmehr das vertrauende Bittgebet an Gott unseren Schöpfer, aus dem Bewusstsein heraus: Er hat alles geschaffen, segnet alles Leben und erhält es im Dasein. Die ganze Schöpfung hat in ihm Bestand. Und weil diese Tatsache im Glauben Ausdruck finden will, wird der Wettersegen gebetet: Gott möge uns gedeihliche Witterung schenken und alles Unheil von uns abhalten. 

 

Der sog. "Klimawandel" ist in aller Munde und eine Herausforderung unserer Zeit. Der Wettersegen ist hier genau die richtige Antwort in einer religiösen Zeichenhandlung, es ist EINE Ausdrucksform eines verantwortlichen und menschen- sowie schöpfungswürdigen Umgang mit den Ressourcen der Natur und in der Herausforderung mit ihren Kräften, die den Menschen eben nicht immer wohlgesonnen sind. 

 

Dieser Segen will Ausdruck der Liebe sein, welche die Kirche ihren Kindern schenkt. Und es ist das feste Vertrauen in die Allmacht Gottes, in die Kraft der Reliquien und auf die Fürsprache der Engel und Heiligen. Der Wettersegen ist also keine Zauberei, sondern macht ernst mit dem Grundauftrag des Christen: Segen zu empfangen und zum Segen zu werden. 

 

Folgend finden Sie ein Formular des Wettersegens. Sie können dieses Gebet zu Hause verrichten und mit ihrer Segensbitte über ihre Gärten, Häuser, Felder und Äcker verbinden. (Jeder Getaufte hat in gewisser Weise Segens"auftrag" - nicht nur der Priester. Der Priester und der Diakon - freilich auch der Bischof - haben Segens"vollmacht". Der priesterliche Segen leitet sich aus der Taufe und Firmung her, wird aber durch die Weihe mit besonderer Kraft und Stärke erfüllt, hat offiziellen Charakter. Nur mit dem Segen des Priesters ist auch eine Kraft verbunden, welche die Macht des Bösen bricht und bannt. Der Segen eines Getauften und Gefirmten aber ist eine besondere Bitte an Gott, seine Macht und Liebe wirksam werden zu lassen - durch unser Mittun und Mitbeten. Das ist Gott sehr wohlgefällig und sehr wertvoll. Würden alle Getauften bewusste Segensworte sprechen, jeden Tag, so wäre es oft anders bestellt. Mit dem Segen ist man oft zurückhaltend, mit Schimpfen und "Fluchen" leider nicht so sehr. Wir sollen als Christen aber Segen sein und bringen - hierzu einmal ein eigener Artikel.) 



Von Blitz, Hagel und Ungewitter 

erlöse uns, Herr Jesus Christus! 

Erzeige Herr, uns deine Huld, 

und schenke uns dein Heil! 

Segen spendet der Herr. 

Und unsere Erde gibt ihre Frucht. 

Herr, erhöre mein Gebet; 

und lass mein Rufen zu Dir kommen. 

 

Lasst uns beten: 

 

Allmächtiger Gott, wir preisen deine Vorsehung. Du lenkst den Lauf der Welt und ordnest unsere Tage in deiner Güte. Alles steht in deiner Hand, du schenkst das Wollen und das Vollbringen. Demütig bitten wir dich: segne die Früchte der Erde und unserer Hände Werk; ordne unsere Tage in deinem Frieden und erweise uns am Tage deiner Heimsuchung auch deine Barmherzigkeit; durch Christus unseren Herrn. Amen. 

 

Wir bitten dich, allmächtiger Gott, verleihe uns auf die Fürbitte der heiligen Gottesmutter Maria, der heiligen Engel und aller deiner Heiligen immer deinen Schutz; gewähre, dass Ruhe sei in den Lüften, lass gegen Blitz und Ungewitter dein Heil vom Himmel herabströmen und mache mit deiner starken Hand die dem Menschen feindlichen Mächte der Luft zunichte. Durch Christus unseren Herrn. Amen. 

 

Gott, du vermagst selbst durch die Bewegungen der Luft alles, was dir dient, zur Verehrung deiner Majestät zu führen; gewähre uns in deiner Barmherzigkeit ruhiges und beständiges Wetter, gedeihlichen Regen und Sonnenschein zur rechten Zeit und halte die Schrecken der Lüfte von uns fern. Lass uns deine Güte erfahren, damit wir nicht vor deinem Zorn erbeben müssen. Durch Christus unseren Herrn. Amen. 

 

Heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, wir bitten dich inständig, verleihe uns nach deiner Barmherzigkeit Reichtum der Ernte, Fülle der Früchte, Segen des Weinstocks, Fruchtbarkeit der Bäume und das Gedeihen aller Dinge. Halte gnädig davon fern schädliche Witterung, gefährlichen Sturm, Frost und Hagelschlag; durch Christus unseren Herrn. Amen. 

 

Die Hilfe Gottes bleibe allezeit bei uns. Amen. 

Der Name des Herrn sei gepriesen 

von nun an bis in Ewigkeit. 

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn! 

Der Himmel und Erde erschaffen hat. 

 

Priester: 

Und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters + und des Sohnes und des Heiligen Geistes steige nieder auf euch und diesen Ort (unseren Pfarrverband), über die Tiere und die Früchte der Erde und bleibe bei euch allezeit. Amen.  (Dieser Segen wird mit der hl. Kreuzpartikel erteilt.) 

 

Weltchrist: 

Der Herr segne uns in der Kraft seines heiligen Namens und in der Kraft des heiligen Kreuzes Christi; sein Segen und seine erlösende, Liebe steige über uns herab, über unseren Ort, unsere Tiere und alle Früchte der Erde und bleibe bei uns allezeit. Sein Schutz umgebe uns durch seine heiligen Engel. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. (Man bezeichne sich mit geweihtem Wasser und sprenge es aus.)