Der heilige Pfarrer von Ars (Johannes B. M. Vianney) * am 08. Mai 1786, + 04. August 1859

Wer einmal in dem kleinen Flecken Ars war und in der Kirche des Ortes vor dem Grabaltar des Heiligen Johannes Vianney stand, kann sich der Faszination dieses Menschen, der so ganz und gar für Gott und seine Berufung als Pfarrer lebte, nicht entziehen. Dieser Ort strahlt eine geheimnisvolle Kraft aus - wegen diesem Heiligen. In Zeiten, in denen esoterische Strömungen "Kräfte und Energien" an besonderen Orten ausmachen ohne darum zu wissen, warum das so ist, erkennen gläubige Christen sehr schnell den Grund dafür: es ist die Präsenz des "Heiligen", in denen der Mensch den "dreimal heiligen Gott" erfahren kann. Er spürt an diesen Orten, dass es "mehr" gibt, als man mit den Sinnen erfassen oder mit Instrumenten messen kann. Er spürt die Gegenwart Gottes. 

 

Papst Benedikt XVI. sagte einmal: "Versuchen wir, die Heiligen zu entdecken. Denn wenn wir die Heiligen wieder finden, werden wir das Wesen der Kirche wiederfinden." Vom heiligen Pfarrer von Ars kann man das besonders sagen: man findet bei ihm, im Gebet an seinem Altar, in der Verehrung im Gebet, im Schöpfen aus den spirituellen Schätzen, die uns in seinen Predigten und Katechesen überliefert sind, das Wesen der Kirche wieder; das Wesen, dass sie von Gott hat: die Heiligkeit. Heiligkeit bedeutet: "Heil sein" und "Heil werden". Dafür gibt es nach dem Willen Christi die Kirche. Die Menschen sollen heil werden - an Leib und Leben und an der Seele und am Geist. Und dieses "Heil" hat eine Dimension der Ewigkeit - sie hat kein Ende, weil Gott unendlich ist. 

 

Eine kleine Auswahl von Gedanken und Zitaten von diesem schlichten Landpfarrer, der durch Gottes Liebe zum Vorbild aller Priester und zum Schutzpatron aller Pfarrer wurde, kann uns in der Schule dieses Heiligen bilden und beschenken. 

 

"Wo die Heiligen vorübergehen, geht Gott in ihnen vorüber." (Hl. Pfarrer von Ars) 


Das Allerheiligste Sakrament des Altares 

 

"Im heiligen Sakrament des Altares ist der Heiland verborgen und wartet darauf, dass wir ihn besuchen und ihm unsere Bitten vortragen. Wie gut er doch ist! Er passt sich unserer Schwäche an. Im Himmel, wo wir einst in Herrlichkeit triumphieren werden, schauen wir ihn in seiner ganzen Glorie. Aber wenn er sich so uns hier auf Erden zeigte, würde keiner von uns es wagen, sich ihm zu nähern. Doch er verbirgt sich wie ein Gefangener und spricht zu uns: Zwar seht ihr mich nicht, doch das tut nichts. Bittet mich nur um alles, was ihr wollt, ich will es euch geben." 

 

"Wenn wir vor dem heiligen Sakrament knien, lasst uns die Augen schließen und das Herz öffnen, anstatt umherzuschauen. Gott wird uns dann auch sein Herz öffnen. Wir gehen zu ihm, er kommt zu uns; der eine, um zu bitten, der andere, um zu empfangen. Es wird sein wie ein geheimnisvoller Zug von einem zum anderen. Was für eine Süßigkeit empfinden wir darin, uns selbst zu vergessen und Gott zu suchen." 

 

"Wundern wir uns nicht mehr darüber, dass so viele heilige Seelen ihr Leben im Haus des Herrn zugebracht haben, Tag und Nacht. Sie konnten sich nicht mehr trennen von seiner Gegenwart. Sie verloren sich selbst aus den Augen, um nur Gott zu sehen; sie vergaßen alle geschaffenen Dinge, um nur ihn zu finden." 

 

Die Eucharistiefeier 

 

"Wenn man wüsste, was die heilige Messe bedeutet, so würde man vor Freude sterben. Niemals wird man auf Erden begreifen, welch großes Glück es ist, das heilige Messopfer darbringen zu dürfen; erst im Himmel wird man das verstehen." 

 

"Die beste Art und Weise, die heilige Messe mitzufeiern, besteht darin, sich mit dem Priester zu vereinigen bei allem, was er sagt, ihm bei allem, was er tut, zu folgen, so gut man kann und sich mit den lebendigsten Gesinnungen der Liebe und des Dankes zu erfüllen." 

 

"Die tägliche Erfahrung lehrt uns, dass in wahrhaft christlichen Familien, deren Mitglieder sich öfter bei der Heiligen Messe einfinden, viel mehr Ordnung und Gedeihen ist, auch in ihren irdischen Geschäften und Arbeiten, als bei jenen, denen es am Glauben fehlt und die niemals Zeit haben, dem heiligen Opfer beizuwohnen. O wie viel glücklicher und erfolgreicher würden wir sein bei all unseren Unternehmungen, wenn wir etwas mehr Glauben und Gottvertrauen hätten, statt uns ganz allein auf uns selbst und unsere eigenen Bemühungen zu verlassen!" 

 

"Wenn wir das Glück hätten, andächtig und mit der rechten Herzenseinstellung der Messe beizuwohnen, dann würden wir ganz sicher die Gnade unserer Bekehrung erlangen, selbst wenn wir verstockter wären als die Zeitgenossen Jesu, blinder als die Heiden und härter als die Felsen von Golgotha, die beim Tod Jesu sich spalteten." 

 

Der Empfang der heiligen Kommunion 

 

 

"Ohne die heilige Kommunion gäbe es kein Glück auf dieser Welt, das Leben wäre nicht erträglich. Wenn wir die Kommunion empfangen, empfangen wir unsere Freude und unser Glück." 

 

"Die Kommunion wirkt auf die Seele in ähnlicher Weise wie ein Blasebalg auf ein nur noch schwach glimmendes und bald erlöschendes Feuer, das aber noch einige unter der Asche glühende Kohlen hat. Man bläst hinein, das Feuer flammt wieder hell auf. Wenn wir unsere Liebe zu Gott in unserem Herzen erkalten fühlen und die heilige Kommunion nicht wirklich empfangen können, dann ersetzen wir sie wenigstens schnell durch die geistige Kommunion. Wenn wir nicht zur Kirche gehen können, wenden wir uns wenigsten im Geiste dem Tabernakel zu. Gott kennt keine Scheidewand, die ihn von uns trennt. Wir können die heilige Kommunion täglich empfangen. Eine von Liebe entflammte Seele ergänzt das durch den Wunsch, in in jedem Augenblick zu empfangen. Das ist geistige Kommunion." 

 

"Was uns die ganze Ewigkeit hindurch in Staunen versetzen wird, ist der Umstand, dass wir während unseres irdischen Lebens einen so großen Gott empfangen durften, während wir doch so klein und arm sind." 

 

"Derjenige, der würdig kommuniziert, verliert sich in Gott wie ein Wassertropfen im Ozean. Wie schön wäre es, wenn man daran dächte, sich in diesem Abgrund zu verlieren für die ganze Ewigkeit." 

 

Der Dienst vor Gottes Angesicht 

 

"Wir können nicht Gott und der Welt zugleich dienen. Nein, täuschen wir uns nicht, wir müssen mit unumgänglicher Notwendigkeit die Welt Jesus Christus hintanstellen oder ihm aber das Opfer all dessen bringen, was uns auf Erden am teuersten ist. Aber was kann uns die Welt geben, das verglichen werden könnte mit dem, was Jesus Christus uns im Himmel verspricht? Übrigens gibt es unter denen, die sich der Welt verschrieben haben, nicht einen, der von ihr nicht betrogen wurde und in der Stunde des Todes seine Wahl für die Welt nicht bereuen müsste. Auf dieser Erde kann der Mensch nur unglücklich sein, es sei denn, dass er sich Gott zuwendet. Niemals gehen wir mit der Welt einig, wenn wir unsere Seele für die Ewigkeit retten wollen. Wir müssen der Welt einen immerwährenden Krieg ansagen, wenn wir Gott dienen wollen. Das haben alle Heiligen getan. Entweder auf den Himmel verzichten oder der Welt entsagen, ein Mittelding gibt es nicht. O welch trauriges Leben führen jene Christen, welche der Welt angehören möchten, ohne den Dienst Gottes zu verlassen." 

Der Himmel - Die Heiligen 

 

"Gott anzubeten und ihn zu lieben ist die schönste Tätigkeit des Menschen auf Erden, denn durch diese Anbetung machen wir uns den Engeln und Heiligen ähnlich, die im Himmel sind. O mein Gott, welche Ehre und welches Glück für ein Geschöpf, einen so großen und mächtigen, so liebenswürdigen und freigiebigen Gott anbeten und lieben zu dürfen!" 

 

"Die Heiligen sind ebenso viele kleine Spiegel, in denen Christus sein eigenes Bild schaut." 

Zitate entnommen aus: Niderberger, Leonz: Hl. Pfarrer von Ars : Glaubensschätze aus seinen Predigten und Katechesen. Media Maria, Illertissen, 2019. - Manche Formulierungen wurden sprachlich heutigem Empfinden angepasst, aber inhaltlich nicht verändert.