Der heilige Leopold Mandic ofm cap

 

Eine besondere Blüte des Kapuzinerordens wurde der Ordensfamilie und der Kirche in diesem heiligen Priester geschenkt, der in jahrzehntelanger Tätigkeit als Beichtvater und Seelsorger in der Stadt Padua (wo der hl. Antonius sein Heiligtum hat) wirkte.

Am 12. Mai 1866 wurde er unter dem Taufnamen Bogdan in Castelnovo in Dalmatien geboren und getauft. 1882 trat er in das Noviziat der Kapuziner ein. 1888 legte er die ewigen Gelübde ab und 1890 empfing er die Priesterweihe. Von 1906 bis 1942 wirkte er als Beichtvater in Padua, mit zeitgeschichtlichen Unterbrechungen. am 30. Juli 1942 starb er im Ruf der Heiligkeit und er wurde später von Johannes Paul II. heiliggesprochen. 

 

Pater Leopold Mandic hatte eine große Sehnsucht in seinem Herzen: er wollte in seiner Heimat als Missionar wirken, um so die getrennten Schwestern und Brüder der orthodoxen Kirche wieder zur katholischen Kirche zurückführen; er wollte für die Einheit der Christen wirken. In diesem Sinn betete er über Jahrzehnte, opferte er seine Leiden auf und hielt andere Christen an, zu Aposteln der Einheit zu werden. Gott aber hatte andere Pläne. Leopold musste erkennen, dass Padua sein Missionsfeld sein würde - und er als Apostel der Barmherzigkeit die Seelen in der Beichte mit Gott versöhnen sollte. Hunderttausende haben in seiner kleinen Beichtzelle den Frieden der Seele und die Versöhnung mit Gott und der Kirche gefunden. P. Leopold hatte die Gabe, in die Herzen zu schauen und in den Seelen zu lesen. Gott zeigte ihm vieles, was menschlichen Augen und irdischem Erkennen verborgen bleiben muss. So säumen Wunder und Gnadentaten, Heilungen und Vorhersagen seinen Lebensweg - alles zur größeren Ehre Gottes und zum Heil der Seelen. 


Die Beichtzelle des Heiligen. Hier ereigneten sich so viele Wunder der Bekehrung und der Gnade. Pater Leopold prophezeite vor seinem Tod, dass am Ende des 2. Weltkrieges das Kloster der Kapuziner total zerstört werden würde durch Fliegerangriffe. Aber Gott werde es nicht zulassen, dass dieser kleine Raum, diese Zelle vernichtet werde, die so viele Reichtümer der Erlösung an die Seelen geschaut hat. Und so kam es auch: das Kloster wurde total zerstört, aber diese Beichtzelle blieb unversehrt erhalten - was sich bis heute auch kein Statiker erklären kann.

 

Man kann diese Zelle heute noch besuchen und so erleben, unter welchen Umständen (Enge, Kälte, Hitze, schlechte Luftverhältnisse) dieser Priester das Bußsakrament so eifrig gespendet hat.

 

Ein weiteres wunderbares Zeichen für die Größe dieses "Instrumentes der Barmherzigkeit Gottes" ist, dass sein Leichnam der Verwesung anheimfiel, ganz normal, mit Ausnahme seiner rechten Hand, mit der er abermillionenmal die Losprechung von den Sünden gewährt hat. Diese Hand kann man in Padua verehren.

 

Ebenso ist ja vom heiligen Antonius seine Zunge (er war ein gewaltiger Prediger) unversehrt durch die Jahrhunderte erhalten, im Gegensatz zum "Rest" des vergänglichen Körpers. Gott findet seine eigene Weise, den Menschen Zeichen und Aufweise seiner Macht und seines Wirkens in dieser Welt zu geben - und der Glaubende kann diese Zeichen auch lesen und verstehen. , 

Zitate aus dem Mund des hl. Pater Leopold 

 

"Alles für die Seelen, alles!" 

 

"Glauben haben. Man muss Glauben haben! Haben sie Vertrauen; Gott ist Arzt und Medizin." 

 

"Was ich nie verstehen kann: Wie der Mensch wegen weltlichen und ganz und gar nichtigen Gründen so leichtfertig sein ewiges Heil aufs Spiel setzen kann." 

 

"Wir müssen immer bereit sein, den Willen Gottes zu tun; er ordnet alles zu unserem Besten." 

 

"Zur Zeit der inneren (geistlichen) Trockenheit haben Sie wie ich Gelegenheit, in etwa zu ahnen, was unser Herr empfunden hat in den Worten: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? - Das ist die Prüfung der Auserwählten; aber Er steht immer hinter den Kulissen und schaut auf uns, was wir leisten können. Bedenken wir immer: Gottes Gaben stehen im Verhältnis zur Prüfung. Er ruft uns nicht auf den Tabor, sondern auf Kalvaria. Wie weise sind Gottes Ratschlüsse! Ich begreife, dass nur jene Seelen diese Prüfung verstehen, die Gott auserwählt hat. Erst im Paradies werden wir diese Wege Gottes erfassen." 

 

Zitate entnommen aus: Pater Leopold von Castelnovo - Ein Anwalt der göttlichen Barmherzigkeit. 2. Auflage, Chur, 1951.