Räumlich getrennt, doch geistlich vereint: so kann man an jedem Tag seit den Ausgangsbeschränkungen in Bayern die Situation unseres Pfarrverbands beschreiben. Besonders dicht wird dies - auch emotional - deutlich, an den drei heiligen Tagen. 

 

Als die Fürbitte gebetet wurde, die wir - seit vielen Jahren - an diesem Abend des Gründonnerstags beten (in der einen oder anderen Form): "Schenke uns viele Priester und stärke sie in ihrem Dienst, damit wir nie der Gnade der heiligen Messe entbehren müssen", wurde so richtig bewusst: dieses große Geschenk des Herrn, dass er mit dem Geheimnis des heutigen Abends seiner Kirche gemacht hat, ist alles andere als selbstverständlich! Wie schnell kann es sein, dass wir diesen Gnadenschatz nicht mehr haben! Aber, und das macht uns Mut, Hoffnung und schenkt uns geistliche Freude, auch in dieser außergewöhnlichen Situation: 

 

Die Heilige Messe wurde gefeiert; die "Gnaden der Messe" sind geflossen: über unseren Pfarrverband, über die Gläubigen, über die Lebenden und Verstorbenen, für welche die Heilige Messe besonders gefeiert wurde (für unseren Bischof Gregor Maria, alle lebende und verstorbene Priester und die ärmste Priesterseele im Fegfeuer), über alle Gläubigen, die sich geistlich und im Gebet verbunden haben, als die Glocken zur Messe riefen; über die Kirche und die ganze Welt. Wir müssen neu lernen, diese Gnaden, diese Liebe und diese unendliche Fürsorge Gottes für sein Volk neu zu erkennen, dafür und daraus zu leben. 

 

Mit diesen Gedanken schließe ich und trage euch alle jetzt im Gebet der Ölbergwache bis Mitternacht vor das Angesicht des Herrn. 

 

Pfarrer Krüger