Kranken- und Hauskommunion

So kann man die Kranken- oder Hauskommunion vorbereiten (s. Bild oben). Wenn keine Krankensalbung gespendet wird, kann man das Handtuch und das Tablett mit Wattebällchen weglassen.

Dieser "Merkzettel" aus alter Zeit ist auch heute noch gut zum Vorbereiten einer Kranken- oder Hauskommunion geeignet. Wenn man auch nicht mehr alles so 1:1 kennt, so ist es doch eine Hilfe. 


Wenn Angehörige zu Hause gepflegt werden und sie ans Bett gebunden sind, ist es wichtig, ein Kreuz oder Heiligenbild für den Kranken gut sichtbar anzubringen. Hinter dem Kopfteil des Bettes schaut das Kreuz war dekorativ aus, aber es bringt dem Kranken nichts. Auch ist es gut, den Rosenkranz greifbar und sichtbar zu deponieren. 

Im Krankheitsfall, wenn ich die Sakramente empfangen will, geht man wie folgt vor: 

  1. Priester anrufen oder ansprechen. 
  2. Äußere den Wunsch, die Sakramente zu empfangen (einmal oder regelmäßig). 
  3. Bereite dich innerlich (durch Gebet) und äußerlich (siehe Bild links oben) vor.

Wenn man für einen Sterbenden einen Priester rufen soll, macht man folgendes: 

  1.  Sag dem Priester, ob der Kranke bei Bewusstsein ist; 
  2. Sag dem Priester, ob der Kranke schlucken kann. 
  3. Stelle den "Hausaltar" (oder zumindest das Kreuz oder ein Heiligenbild und eine Kerze) gut sichtbar für den Kranken auf. 
  4. Wenn der Kranke beichten will, verlasse das Krankenzimmer und lass ihn mit dem Priester alleine. 
  5. Feiere die Krankensalbung und sprich die Gebete mit. Das tut auch dem Kranken gut und beruhigt ihn gegebenenfalls.  

Wir empfehlen die Kleinschrift "Die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender" von Peter C. Düren aus dem Dominus-Verlag. Sie bildet eine Sammlung von nützlichen Gebeten und gibt Hilfestellungen. Als Leitfaden für die geistliche Begleitung von Kranken und Sterbenden sehr gut geeignet. Es vermittelt Trost und Hoffnung. (ISBN: 978-3-940879-00-4)

Die Freundschaft mit dem Herrn ist ein wesentlicher Aspekt der Sakramente. Er ist noch mehr als der beste Freund. Dieser göttliche Freund, verlässt uns nicht in Krankheit, Alter und auch nicht im Sterben; ganz im Gegenteil: gerade da will er uns an sein Herz nehmen und uns schützen vor allen Angriffen des Bösen, die uns gerade in der entscheidenden Stunde unseres Lebens bedrängen - schließlich geht es um unser geistliches Schicksal: Erlösung und ewigen Frieden, ewiges Leben oder ewige Trennung von Gott, ewiger Tod. 

Jeder Katholik sollte ein sog. "Sterbekreuz" besitzen! Dieses Kreuz wird besonders gesegnet und man benutzt es, wenn es mit einem selbst zu Ende geht. 

 

Man macht sich keine Vorstellung - in gesunden Tagen - wie viel Segen so ein schlichtes Zeichen bringen kann. Wie oft konnte man es erleben, dass die Menschen sich richtig daran festgehalten haben und das Kreuz nicht mehr aus der Hand gaben. Sie hielten es fest im Sterben, und sie halten es fest - über den Tod hinaus. Es wird mit ins Grab gegeben (wie auch oft der Rosenkranz um die Hände gelegt wird.)  

Ganz nebenbei: Wählen sie ein richtiges Sterbekreuz! Mit Kanten und Ecken! Keine "Handschmeichler", wie man sie oft in Kliniken oder Heimen vorfinden kann um "den Anblick sanft zu machen".

Das ist nicht das Zeichen! Das Zeichen ist: unser Sterben, unser Tod, egal wie er kommt, ist "kantig" - das Kreuz Christi gibt aber Halt und Kraft, es stärkt - und schmeichelt nicht. 

Sie erhalten gerne in ihrem Pfarramt ein Sterbekreuz - schon gesegnet. Natürlich kostenlos. Sprechen Sie einfach den Pfarrer darauf an. 


Geistliche Bedeutung von Krankheit, Tod und Sterben 

Für uns Christen ist die Welt eine "gefallene Welt". Das bedeutet, sie ist durch die Sünde der Menschen, angefangen von der Sünde der ersten beiden Menschen, die auf das ganze Menschengeschlecht die Trennung von der direkten Anschauung Gottes nach sich gezogen hat, bis hin zur Sünde eines jeden einzelnen Menschen. Durch die Sünde beschädigt der Mensch sich selbst, sein Umfeld, seine sozialen Strukturen, sein Leben. Ob es dem Menschen bewusst ist, oder nicht. Die Neigung zur Sünde ist der "Riss in der Schöpfung", der uns immer wieder heimsucht. Der Mensch erleidet Krankheit, Not, Tod, Elend und Sünde als Folge der "gefallenen Schöpfung". Die ersten Menschen, denen die Bibel die Symbolnamen Adam und Eva gab (Adam hebr. Mensch; Eva hebr. Leben - beides zusammen bedeutet: der lebendige Mensch), haben sich in Freiheit gegen Gott und sein Gebot entschieden. Was das genau war, wissen wir nicht. Die an Zeichen und Bildern reiche Sprache der Bibel versucht es mit der Erzählung vom Menschen im Paradies und dem Sündenfall zu deuten. 

 

Jesus Christus ist der Erlöser, der Heiland. Er schenkt dem Menschen das Heil. Durch seine Menschwerdung, sein Leben, sein Leiden und Sterben und durch seine Auferstehung von den Toten hat er für uns alle die Sünden der Welt auf sich genommen und uns ermöglicht, trotz der "Gefallenheit" und Schwachheit, wieder zu Gott zu gelangen. Indem Gott in Jesus zu uns gekommen ist, Mensch wurde, so können wir jetzt durch den Menschen Jesus (die Bibel bezeichnet ihn als "neuen Adam") zu Gott kommen. 

 

Krankheit, Not und Leid - darauf hat der Mensch keine letztgültigen Antworten. "Warum?" und "Warum ich?" - Wie oft hat man diese Frage schon hören können. Rein menschlich (irdisch) haben wir darauf auch wirklich keine Antwort. Auch der gläubige Mensch zittert davor. Die Botschaft unseres christlichen Glaubens ist aber nun folgende: "Vertraue auf Jesus Christus, der für dich gelebt, gelitten und geliebt hat. Er hat den Tod und alles Leid besiegt und hilft dir, auch zum Sieg zu gelangen. Vertraue ihm und glaube an ihn."

 

Das Entscheidende ist wirklich: Gott nimmt uns das Leid nicht ab, aber er begleitet uns in seiner Liebe. Er schenkt uns seine Kraft. Er erlöst, rettet und befreit - auch wenn das auf den ersten Blick nicht sichtbar wird. Es geht um unsere unsterbliche Seele und ihr ewiges Heil - das hat Gott im Blick! Kreuz, Krankheit, Leid und Sterben können so geistlich der Weg dazu sein. Gott "benutzt" das Schlechte in dieser Welt; nicht weil er es geschaffen hätte oder weil er es will. Er wandelt und verändert es - in seinen Dimensionen der Ewigkeit. 

 

Das ist auch der Grund, warum Christen alles dafür tun, Leiden, Schmerzen, Not und Elend zu lindern, aber sich wohl bewusst sind: wir können es nicht abschaffen. Diese Welt ist nicht das Paradies - das Paradies kommt erst noch. Es ist uns verheißen. Und um dorthin zu kommen, nutzen wir alle Möglichkeiten, die der Herr uns gegeben hat. Gerade auch in den Sakramenten, die uns in Krankheit und Sterben aufrichten sollen. 

 

"Nicht die Kreuziger (Peiniger) erlösen diese Welt, sondern der Gekreuzigte (Gepeinigte)." (Papst Benedikt XVI.) - und unsere Pein unser Menschen- und Lebenskreuz ist nicht sinnlos und sinnfrei; es kann - wenn wir es geistlich mit Christus verbinden, mit ihm und zum Heil der Welt ihm anbieten und "opfern", zur "Mit-erlösung" und Heimholung der gefallenen Welt fruchtbar werden. So groß denkt Gott von uns, so viel traut er uns zu: Mitzutun, an der Erlösung der Welt. 

 

"Nie hört der Mensch auf groß zu sein, auch nicht in seiner Schwäche." (Hl. Papst Johannes Paul II.)